ANGELO

Anfang des 18. Jahrhunderts: als eine Gruppe junger versklavter Männer aus Afrika nach Europa verschleppt wird, ist unter ihnen auch ein zehnjähriger Junge. Von einer Comtesse zum Studienobjekt auserkoren, wird dieser Junge auf den Namen Angelo getauft und erhält eine umfangreiche sprachlich-musische Ausbildung. Schnell macht die Kunde von dem exotischen, aber euroäisierten Kammerdiener die Runde. So wird Angelo im Europa der beginnenden Aufklärung herumgereicht, von Adelshaus zu Adelshaus, von Messina bis Wien. Erst das Dienstmädchen Magdalena erkennt in ihm mehr als nur ein dekoratives Ausstellungsstück und verliebt sich in ihn. Als die geheime Verbindung der beiden auffliegt, wird für Angelo klar, dass er trotz Bildung und Christianisierung in der höfischen Gesellschaft ein Fremdling geblieben ist ...

Markus Schleinzers zweiter Spielfilm nach seinem vielbeachteten Debüt MICHAEL basiert auf wahren Begebenheiten. ANGELO erzählt eine Geschichte über Identität, Legendenbildung, Selbstinszenierung und Projektionen. In der Figur des Angelo Soliman werden Sehnsüchte und Zuschreibungen sichtbar, die bis heute den Umgang Europas mit Menschen aus anderen Gegenden der Welt bestimmen.


Festivals und Auszeichnungen:

Toronto International Film Festival 2018 - Weltpremiere

San Sebastian International Film Festival 2018 - Europapremiere

Österreichischer Filmpreis: Beste Maske, Beste Kostüm, Bestes Szenenbild

Diagonale 2019 - Diagonale-Preis: Beste Tongestaltung, Bestes Szenenbild

London Film Festival 2018

Viennale 2018

Filmfest München 2019


Pressestimmen:

"Formal atemberaubend und politisch höchst brisant." Variety

"Das faszinierende Porträt eines Mannes von stiller Würde, dessen Menschlichkeit von seiner Umgebung verleugnet wird." Screen International

"Ein meisterhafter Film. (...) Statt auf Opulenz setzt der Regisseur auf Reduktion, auf den Einsatz minimaler Mittel, mit denen er es schafft, den Kern einer Einstellung herauszuschälen." Der Standard

Österreich/Luxemburg 2018, 111 Minuten, französisch-deutsche OmU-Fassung, Regie: Markus Schleinzer, Drehbuch: Markus Schleinzer, Alexander Brom, Kamera: Gerald Kerkletz, Schnitt: Pia Dumont, Szenenbild: Andreas Sobotka, Martin Reiter, Kostümbild: Tanja Hausner, Maskenbild: Anette Keiser, Tonmischung: Loïc Collignon, Setton: Philippe Kohn, In-House Producer: Johanna Scherz, ProduzentInnen: Alexander Glehr, Franz Novotny, Bady Minck, Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Produktion: Novotny & Novotny Filmproduktion, AMOUR FOU Luxembourg und Markus Schleinzer, unterstützt von Film Fund Luxembourg, Österreichisches Filminstitut, Filmfonds Wien, FISA, Kultur Niederösterreich, ORF Film/Fernsehabkommen; mit: Makita Samba, Alba Rohrwacher, Larisa Faber, Kenny Nzogang, Lukas Miko, Gerti Drassl, Michael Rotschopf, Jean-Baptiste Tiémélé, Nancy Mensah-Offei, Olivier Baume, Martin Schambacher, Anne Klein, Jean-Michel Larré, Pierre Bodry, Marisa Growaldt, Christian Friedel u. a.

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