JEAN EUSTACHE
DIE FILME 1964 - 1982
Jean Eustache, ausgebildeter Elektriker und Autodidakt, war als Arbeiter-Kind eine Ausnahmefigur der ansonsten bourgeoisen Nouvelle Vague. Fast autobiografisch spiegelt sich sein Leben auch in seinen Filmen wieder. Mit präziser Aufmerksamkeit für Sprache, Gesten und soziale Wirklichkeiten bewegt sich Eustaches Kino in einem Raum dokumentarischer Fiktion. Neben zahlreichen Kurz- und mittellangen Filmen umfasst Eustaches Hauptwerk seine beiden Langspielfilme LA MAMAN ET LA PUTAIN und MES PETITES AMOUREUSES.
LA MAMAN ET LA PUTAIN (1973)
Ein zielloser Flaneur (Jean-Pierre Léaud) verbringt seine Tage zwischen zwei Frauen, endlosen Gesprächen in Pariser Cafés und der Suche nach sich selbst. Im Zentrum steht eine Dreiecksbeziehung im Nachklang der Umwälzungen des Jahres 1968, die sich mit direkter Offenheit zwischen Selbstinszenierung, Begehren und emotionaler Grausamkeit entwickelt. Ein bis heute herausforderndes Werk über Liebe, Sprache und die Unmöglichkeit, zueinander zu finden.
MES PETITES AMOUREUSES (1974)
Ein Sommer der Unschuld endet abrupt. Der 13-jährige Daniel wird aus seinem behüteten Landleben in die Enge der Stadt gerissen und in die Härte der Erwachsenenwelt gestoßen. Statt Schule und Freundschaften bestimmen Arbeit, soziale Kälte und erste Auseinandersetzungen mit Sexualität seinen Alltag. Als Teil von Jean Eustaches autobiografisch geprägtem Kino verdichtet der Film persönliche Erinnerungen zu einem beobachtenden Blick auf das Erwachsenwerden und eine Jugend, die verschwindet, bevor sie sich entwickeln kann.
Weitere Filme von Jean Eustache bei Grandfilm Re:Visited
DU CÔTÉ DE ROBINSON (1964)
LE PÈRE NOËL A LES YEUX BLEUS (1966)
LA ROSIÈRE DE PESSAC (1968)
LA ROSIÈRE DE PESSAC 79 (1979)
NUMÉRO ZÉRO (1971)
UNE SALE HISTOIRE (1977)
LES PHOTOS D’ALIX (1982)
LE MAMAN ET LA PUTAIN
Frankreich 1973, 215 Min., franz. Omu-Fassung, Regie, Buch: Jean Eustache, Kamera: Pierre Lhomme, Schnitt: Jean Eustache, Denise de Casabianca, Ton: Jean-Pierre Ruh, Paul Lainé, Mischung: Nara Kollery, Kostüm: Catherine Garnier, Produzent: Pierre Cottrell, Produktion: Elite Films, Simar Films, Cine-Qua-Non, V.M. Productions, Les Films du Losange
mit Jean-Pierre Léaud, Françoise Lebrun, Bernadette Lafont, Isabelle Weingarten, Jacques Renard, Jean-Noël Picq, Jean Douchet, Noël Simsolo, Jessa Darrieux, Geneviève Mnich, Berthe Grandval, Bernard Eisenschitz, Pierre Cottrell, Jean Eustache, Marinka Matuszewski, Jean-Claude Biette, André Téchiné
MES PETITES AMOUREUSES
Frankreich 1974, 123 Min., franz. OmU-Fassung, Regie, Buch: Jean Eustache, Kamera: Nestor Almendros, Schnitt: Françoise Belleville, Alberto Yaccelini, Vincent Cottrell, Jean Eustache, Ton: Bernard Aubouy, Bernard Ortion, Mischung: Bernard Abouy, Nara Kollery, Kostüm: Renée Renard, Produzent: Pierre Cottrell, Produktion: Elite Films
mit Martin Loeb, Ingrid Caven, Jacqueline Dufranne, Dionys Mascolo, Henri Martinez, Jean-Noël Picq, Maurice Pialat, Pierre Edelman, Marie-Paule Fernandez, Patrick Eustache
Pressekontakt:
B2H Filmpresse
Mail: presse@b2h-filmpresse.de
Tel.: 0911 50739830
Festivals und Preise:
- Cannes Film Festival 1973 – Großer Preis der Jury & FIPRESCI-Preis (LA MAMAN ET LA PUTAIN)
- Cannes Film Festival 2022 – Eröffnungsfilm Cannes Classics (LA MAMAN ET LA PUTAIN)
- Internationale Filmfestspiele Venedig 2022 – Venezia Classici (MES PETITES AMOUREUSES)
Stimmen zu Jean Eustache:
„LA MAMAN ET LA PUTAIN ist ein überwältigender Film … ein sich selbst verzehrendes Meisterwerk.“
New York Times
„Der beste Film der 1970er.“ Cahiers du cinéma über LA MAMAN ET LA PUTAIN
„Jeder Film eine eigene Recherche dessen, was Kino ist.“ taz
„Meine Filme sind so autobiografisch wie Fiktion nur sein kann.“
Jean Eustache
„Er machte den Film, den Rivette, Godard, Rohmer und Truffaut um jeden Preis gerne selbst gemacht hätten.“ Olivier Assayas
„Eustache war immer ein Vorbild für mich, ein echter Kinolyriker.“
Jim Jarmusch