Grandfilm On Demand

Filme streamen und Independent-Kinos unterstützen!

Video On Demand, aber solidarisch mit Independent-Kinos: das bieten wir jetzt mit Grandfilm On Demand an. Ihr könnt unsere Filme für eine Gebühr streamen oder downloaden, wir teilen den Gewinn 50/50 mit den Kinos, die regelmäßig unsere Filme zum Start spielen. Unterstützt mit uns den Erhalt dieser engagierten Orte der Filmkultur während der Coronavirus-Krise!

Weitere Filme kommen jede Woche dazu, die aktuellste Übersicht gibt es auf unserer VoD-Seite bei Vimeo.

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Seit 11.5. gelten folgende Preise:

Grandfilm-Repertoire-Filme: Stream 4,99 Euro, Download 9,99 Euro (leider gibt es ein paar wenige, die nicht für 4,99 Euro verfügbar sind)

LA FLOR: Stream einzelne Folge 3,99 Euro, Stream-Abo für alle 8 Folgen 24,99 Euro

Grandfilm & Friends-Filme: Stream 9,99 Euro

Und hier die Liste der Kinos, unter denen wir die Hälfte des Gewinns aufteilen:

Lichtspiel Bamberg / Brotfabrik Berlin / Filmrauschpalast Berlin / FSK Berlin / Hackesche Höfe Kino Berlin / Wolf Kino Berlin / Endstation Kino Bochum / City46 Bremen / SweetSixteen Dortmund  / Kino im Dach (zukünftig: Zentralkino) Dresden / Filmkunskinos Düsseldorf  / Mal seh’n Frankfurt/Main / Zazie Halle  / Abaton Hamburg / 3001 Hamburg / Koki Hannover / Lodderbast Hannover / Karlstorkino Heidelberg  / Kinemathek Karlsruhe / Filmpalette Köln / Lichtspiele Kalk Köln / Cineding Leipzig / Cinemathèque Leipzig / Luru Kino Leipzig / Moritzhof Magdeburg / Cinema Quadrat Mannheim / Theatiner München / Werkstattkino München / Cinema Münster / Filmhaus Nürnberg / Walzenlager Kino Oberhausen / Cine K Oldenburg / Thalia Potsdam / Filmgalerie Regensburg / Linse Weingarten

 

Grandfilm & Friends

66 KINOS

Ein Film von Philipp Hartmann

 

66 KINOS portraitiert einige von den 66 deutschen Filmtheatern, die Philipp Hartmann 2014/15 im Rahmen einer Kinotournee mit seinem vorherigen Film DIE ZEIT VERGEHT WIE EIN BRÜLLENDER LÖWE besuchte, und lässt dabei das vielschichtige Bild einer äußerst lebendigen und zugleich in diversen Umbrüchen befindlichen Kinolandschaft entstehen. Trotz vieler Gemeinsamkeiten – alle müssen etwa auf die Konsequenzen der Digitalisierung, auf sich wandelnde Sehgewohnheiten des Publikums oder auf wirtschaftliche Herausforderungen reagieren – zeigt sich, dass jedes Kino seine eigenen und immer stark vom Engagement der Kinobetreiber*innen und -mitarbeiter*innen gezeichneten Wege und Strategien findet, sich zu positionieren.

 

Die kaleidoskopartige und dramaturgisch klug konstruierte Betrachtung ganz unterschiedlicher individueller Orte, mit ihren jeweiligen Architekturen und alltäglichen Arbeitsabläufen, sowie der Menschen, die hinter diesen Kinos stehen, verdichtet sich zu einem Panorama der deutschen Kinolandschaft in ihrer ganzen Bandbreite – zwischen Filmclubs, kommunalen Kinos, Programmkinos und Multiplex-Palästen (sowie einer Reihe weiterer Orte, wo man miteinander und konzentriert Filme schaut).

 

„Ein Selbstbildnis des Kinos ist dieser Film geworden, das den Zauber des bewegten Bilds, aber auch den Zustand einer Branche sichtbar und greifbar macht.“ Süddeutsche Zeitung

 

Deutschland 2016, 98 Min., Dokumentarfilm, dF wahlweise mit englischen, spanischen oder portugiesischen Untertiteln; Regie, Kamera, Schnitt: Philipp Hartmann; Produktion: flumenfilm

 

In Kooperation mit Philipp Hartmann www.66kinos.de

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/66kinos

 

ANTÓNIO UM DOIS TRÊS

Ein Film von Leonardo Mouramateus

 

Als António es schafft, von seinem Vater aus der Wohnung geworfen zu werden, um Zuflucht bei seiner Ex-Freundin suchen zu können, trifft er unerwartet auf die geheimnisvolle Brasilianerin Débora. Und er begegnet dem jungen Bühnenautor Johnny, der sich mit der Inszenierung seines ersten Stückes abmüht. Von Dostojewskis St. Petersburger Erzählung »Weiße Nächte« im anonymen Großstadttreiben von Lissabon umgesetzt, sind nicht nur diese drei Schicksale miteinander verknüpft, sondern auch die Grenzen zwischen Fantasie und Realität beginnen zu verschwimmen.

 

„Ein passionierter Tagträumer zwischen Fantasie und Realität in der Großstadt von Lissabon.“ (Kurier)

 

PT/BR-2017, 95 Min, portugiesische OmU-Fassung, FSK 12, Regie & Drehbuch: Leonardo Mouramateus, mit Mauro Soares, Deborah Viegas, Mariana Dias, Daniel Pizamiglio, João Fiadeiro, Sandra Hung u. a.

 

In Kooperation mit Filmgarten Wien

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/antonioumdoistres

DRIFT

Ein Film von Helena Wittmann

 

Zwei Frauen verbringen ein gemeinsames Wochenende an der Nordsee. Bald wird die Eine zu ihrer Familie nach Argentinien zurückkehren und die Andere versuchen, dem Ozean ein Stück näher zu kommen. Auf einem Segelschiff überquert sie den Atlantischen Ozean. Gedanken verirren sich, die Zeit löst sich aus gewohnten Bahnen und die Dünung wiegt in tiefen Schlaf. Das Meer übernimmt die Erzählung und als die Andere wieder darin vorkommt, ist zwar der Boden unter ihren Füßen fest, der Wind jedoch liegt noch in ihren Haaren. Sie kehrt zurück und die Eine könnte fragen: „Hast du dich verändert?“

 

Deutschland 2017, 95 Min., deutsche Fassung (teilweise untertitelt) Regie, Kamera, Schnitt: Helena Wittmann; Sound Recording, Sounddesign, Komposition: Nika Breithaupt; mit Theresa George und Josefina Gill

 

In Kooperation mit Helena Wittmann www.helenawittmann.de

 

Filmemachen als Bewegung – ein Werkgespräch mit Helena Wittmann gibt es bei Kinophon – Der Grandfilm-Podcast

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/drift17

COLOSSAL YOUTH

Ein Film von Pedro Costa

 

In Fontainhas, einem armen Einwandererquartier von Lissabon, steht nur noch ein einziges Haus: Das Viertel soll abgerissen und neu gestaltet, die Bewohner in neue Sozialwohnungen umgesiedelt werden. So auch Ventura, ein pensionierter Arbeiter von den kapverdischen Inseln, der seit 34 Jahren in Fontainhas lebt. Seine Frau Clotilde hat ihn kürzlich verlassen und nun streift er verloren zwischen den schmutzigen Straßen seines alten Viertels und den nüchternen weißen Häusern des Sozialwohnungsbaus umher. Jeden Tag besucht Ventura seine drei Kinder und andere Bewohner des Viertels, die er wie seine eigenen Kinder behandelt. Er teilt mit ihnen die Erinnerungen an sein früheres Leben: Daran, wie er Clotilde kennen gelernt hat und an seine Arbeit auf dem Bau. Aber nicht nur Ventura, sie alle – Lento, Vanda, Gustavo und die anderen kapverdischen Bewohner von Fontainhas – erzählen von ihrem Alltag zwischen Drogen, Geldnot und Ausweglosigkeit.

 

OT: JUVENTUDE EM MARCHA; Portugal/Frankreich/Schweiz 2006, 148 Min. portugiesische OmeU-Fassung, Regie und Drehbuch: Pedro Costa, mit Ventura, Vanda Duarte, Beatriz Duarte, Gustavo Sumpta, Antonio Semedo Nhurro u. a.

 

Dieser Film ist nur mit englischen Untertiteln verfügbar!

 

In Kooperation mit Pedro Costa

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/jugendvoran

Grandfilm Repertoire

A FÁBRICA DE NADA

Ein Film von Pedro Pinho

 

Eine Aufzugsfabrik in der Nähe von Lissabon: die Geschäfte gehen eher schlecht im krisengebeutelten Portugal, entsprechend haben die Beschäftigten der Fabrik kaum etwas zu tun. Eines Nachts realisiert eine Gruppe von ihnen, dass ihre Chefs den Diebstahl ihrer eigenen Maschinen organisieren. Schnell begreifen sie, dass sie es sind, deren Arbeit hier abgewickelt werden soll. Was tun? Sie diskutieren über Politik, Aktionismus und radikale Maßnahmen, schließlich widersetzen sie sich dem Diktat von Oben und besetzen ihren Arbeitsplatz. Als sich die Verwaltung komplett aus dem Staub macht, bleiben sie in der leeren Fabrik zurück. Wie soll es weitergehen? Plötzlich eröffnen sich völlig neue, bisweilen absurd überraschende Perspektiven…

 

Cannes 2017 – FIPRESCI-Preis
Filmfest München 2017 – CineVision-Award

 

„Pedro Pinho gelingt mit A FÁBRICA DE NADA die Wiedergeburt des politischen Films.“ (Georg Seeßlen, DIE ZEIT)

 

Portugal 2017, 177 Min., portugiesische OmU-Fassung, Spielfilm, Regie: Pedro Pinho; Drehbuch: João Matos, Leonor Noivo, Luisa Homem, Pedro Pinho, Tiago Hespanha; mit: José Smith Vargas, Carla Galvão, Njamy Sebastião, J. Bichana Martins, Daniele Incalcaterra, Hermínio Amaro, João Santos Lopes, Paulo Vitorino, Rui Ruivo, António Cajado Santos, Zé Pedro, u. v. a.

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/afdn

AND-EK GHES…

Ein Film von Philip Scheffner und Colorado Velcu

 

AND-EK GHES… heißt: EINES TAGES… Ein Lied, ein Versprechen – an die Geliebte, an die Kinder, an sich selbst. Familie Velcu aus Faţa Luncii, Rumänien, zieht nach Berlin und inszeniert sich selbst in eine mögliche Zukunft hinein.

 

AND-EK GHES… – EINES TAGES… lautet der Refrain des Titelsongs, in dem der Junge seiner Geliebten eine Zukunft in Berlin verspricht, wenn ihre Liebe nur stark genug ist, ihm zu folgen. Geschrieben hat das Lied Colorado Velcu, charismatisches Multitalent, alleinerziehender Vater von sieben Kindern, Herz, Motor und Chronist einer Großfamilie aus Faţa Luncii in Rumänien. AND-EK GHES… ist die Fortsetzung einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit, die auf Vertrauen und Freundschaft zwischen den Co-Regisseuren Philip Scheffner und Colorado Velcu basiert. Sie begann mit dem Film REVISION (Berlinale, Forum 2012): Der Versuch, einen gemeinsamen filmischen Raum zwischen Protagonisten, Filmemacher und Publikum zu eröffnen, wird nun, drei Jahre später, erweitert. Die Kamera dupliziert sich, zu der des Filmemachers kommen eine, zwei, drei Kameras, die von Hand zu Hand wandern. Und nicht nur ihn, auch uns lassen sie hinein in eine Welt, in der Humor, Chuzpe und Zusammenhalt gegen Armut und Ausgrenzung antreten. In der sich die Velcus entgegen aller Zuschreibungen immer wieder neu erfinden. In der Berlin in den flirrenden Farben von Bollywood zu leuchten beginnt. Eine Welt, in der Realität und Fiktion manchmal nur ein Lachen weit auseinanderliegen.

 

Deutschland 2016, 94 Min., Regie: Philip Scheffner, Colorado Velcu, Buch: Colorado Velcu, Merle Kröger, Philip Scheffner, Kamera: Colorado Velcu, Philip Scheffner, Parizan Nistor, Casino Nistor, Mario Ilie, Emporio Ilie, Noami Nistor, Fecioara Velcu, Zefir Chiciu, Jeckichan Velcu, Rața Miclescu, Calil Velcu, Donadoni Miclescu, Bernd Meiners u.a.

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/andekghes

ANGELO

Ein Film von Markus Schleinzer

 

Anfang des 18. Jahrhunderts: als eine Gruppe junger versklavter Männer aus Afrika nach Europa verschleppt wird, ist unter ihnen auch ein zehnjähriger Junge. Von einer Comtesse zum Studienobjekt auserkoren, wird dieser Junge auf den Namen Angelo getauft und erhält eine umfangreiche sprachlich-musische Ausbildung. Schnell macht die Kunde von dem exotischen, aber euroäisierten Kammerdiener die Runde. So wird Angelo im Europa der beginnenden Aufklärung herumgereicht, von Adelshaus zu Adelshaus, von Messina bis an den kaiserlichen Hof in Wien. Aber erst das Dienstmädchen Magdalena erkennt in ihm mehr als nur ein dekoratives Ausstellungsstück und verliebt sich in ihn. Als die geheime Verbindung der beiden auffliegt, wird für Angelo klar, dass er trotz Bildung und Christianisierung in der höfischen Gesellschaft ein Fremdling geblieben ist …

 

Markus Schleinzers zweiter Spielfilm nach seinem vielbeachteten Debüt MICHAEL basiert auf historischen Begebenheiten. ANGELO erzählt eine Geschichte über Identität, Legendenbildung, Selbstinszenierung und Projektionen. In der Figur des Angelo Soliman werden Sehnsüchte und Zuschreibungen sichtbar, die aus der Historie stammen, aber bis heute den Umgang Europas mit Menschen aus anderen Weltgegenden bestimmen.

 

Österreich/Luxemburg 2018, 111 Minuten, französisch-deutsche OmU-Fassung, Regie: Markus Schleinzer, mit: Makita Samba, Alba Rohrwacher, Larisa Faber, Kenny Nzogang, Lukas Miko, Jean-Baptiste Tiémélé, Nancy Mensah-Offei, Christian Friedel u. a.

 

Hier geht’s zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/angelo

BELLA E PERDUTA – EINE REISE DURCH ITALIEN

Ein Film von Pietro Marcello

 

BELLA E PERDUTA ist eine mythische Parabel über Anmut, Verfall und den Wert des vermeintlich Wertlosen. Pulcinella, der dumme Diener aus der Commedia dell’arte, wird aus den Tiefen des Vesuvs in das heutige Kampanien geschickt. Er soll den letzten Willen von Tommaso, einem einfachen Hirten, erfüllen und einen jungen Büffel namens Sarchiapone retten. Sein Weg führt ihn in eine verlassene Residenz der Bourbonen in der Nähe von Neapel. Dort, im Palast von Carditello, findet Pulcinella den kleinen Büffel, der zu seiner Überraschung auch des Sprechens mächtig ist. Die beiden Diener – Mensch und Tier – begeben sich auf eine lange Reise durch das schöne und verlorene Italien. Sie begegnen einer archaischen Welt, in der die einfachen Menschen wie vor Jahrzehnten leben. Aber werden sie am Ende ihrer Reise finden, was sie sich erhofften?

 

Regisseur Pietro Marcello ließ sich von der italienischen Sagenwelt inspirieren und zeigt uns das heutige Italien in all seiner Zerrissenheit durch die Augen eines Büffels und eines Narren. Ein Film voller Traumbilder, der auch die Frage nach bewahrenswerten Traditionen stellt, ohne dabei in Nostalgie zu verfallen. Seit Pasolini hat kein Filmemacher mit solcher Intensität um die dem Untergang geweihte Kultur Italiens getrauert.

 

Italien 2015, 87 Min., ital. OmU, Regie: Pietro Marcello, mit Tommaso Cestrone, Sergio Vitolo, Gesuino Pittalis u. a.

 

Hier ein Videointerview mit Regisseur Pietro Marcello: https://www.youtube.com/watch?v=AU7SqZTLl9Y

 

Filmblatt mit einem Text von Dominik Kamalzadeh als PDF

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/bellaeperduta

BILDBUCH

Ein Film von Jean-Luc Godard

 

Erinnerst du dich noch daran, wie wir vor langer Zeit unsere Gedanken trainiert haben? Meistens gingen wir von einem Traum aus…. Wir fragten uns, wie in völliger Dunkelheit Farben von solcher Intensität in uns entstehen konnten. Mit leiser, leiser Stimme, die große Dinge sagt, überraschend, tief und präzise. Bild und Worte. Wie ein schlechter Traum, geschrieben in einer stürmischen Nacht. Unter westlichen Augen. Die verlorenen Paradiese. Der Krieg ist da.

 

Jean-Luc Godard setzt mit seinem neuesten Film sein sich alle Freiheiten nehmendes Spätwerk fort. Ein rauschhafter Gedankenfluss, eine assoziative Collage in fünf Kapiteln. Die Sehnsucht nach Freiheit. Die Abgründe der Menschheit. Die Schönheit des Kinos. Zeit und Geschichte, gedehnt und verdichtet.

 

Filmfest Cannes 2018 – Spezialpreis Goldene Palme – Palme d’or speciale

 

„Eine halluzinogene Collage. Eine Symphonie, die wie ein Handstreich daherkommt.“ Die Zeit

 

Schweiz 2018, 85 Min., franz. OmU-Fassung und deutsche Synchronfassung, FSK ab 12 Jahre. Regie: Jean-Luc Godard, Kamera: Fabrice Aragno, Schnitt: Jean-Luc Godard, Fabrice Aragno, Originalmusik: Editions ECM

 

Filmblatt mit Ausschnitten aus dem einzigen Interview mit JLG zu BILDBUCH als PDF

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/bildbuch

DON’T BLINK – ROBERT FRANK

Ein Film von Laura Israel

 

Was wäre die moderne Fotografie ohne das Werk von Robert Frank? Sein Stil veränderte in den 1950er Jahren die Spielregeln der Fotokunst, sein Buch „The Americans“ gilt heute als „das vielleicht einflussreichste Fotografiebuch des 20. Jahrhunderts“ (The Guardian 2014). Robert Frank (1924 – 2019) wurde in Zürich geboren als Kind einer Schweizerin und eines deutsch-jüdischen Vaters. 1947 emigrierte er in die USA und veröffentlichte bald seine ersten Fotobände. Als „The Americans“ 1959 erschien, schrieb Jack Kerouac das Vorwort. Doch wenige Kritiker*innen erkannten zunächst die bahnbrechende Kunst Franks. Robert Frank wandte sich phasenweise von der Fotografie ab und drehte Filme wie „Pull My Daisy“ mit den Beat Poets Allen Ginsberg und Gregory Corso. Mit den Rolling Stones kooperierte er für den Tourfilm „Cocksucker Blues“ und das Cover-Artwork des Albums „Exile On Main St.“. Walker Evans und Patti Smith, William S. Burroughs und Edward Lachman – zahlreiche Kunstschaffende, die die zweite Hälfte des 20. Jahrhundert prägten, suchten die Zusammenarbeit mit dem stilbildenden Künstler.

 

Die Filmemacherin Laura Israel suchte den zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 92-jährigen Robert Frank auf und sprach mit ihm über seine Kunst und die Stationen seines Lebens. DON‘T BLINK – ROBERT FRANK zeigt einen anfangs verkannten Giganten der Fotokunst, der sich trotz persönlicher Schicksalsschläge bis ins hohe Alter seinen Sinn für Humor und einen unkonventionellen Blick auf die Welt bewahrt hat.

 

USA/Frankreich/Kanada 2015, 82 Min., englische OmU-Fassung, Regie: Laura Israel,  Soundtrack mit den Songs von Tom Waits, Bob Dylan, The Velvet Underground, Pattis Smith, The Kills, The White Stripes, Charles Mingus, Yo La Tengo, New Order u. v. a.

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/robertfrank

EIN HAUS IN NINH HOA

Ein Film von Nguyễn Phương-Đan und Philip Widmann

 

Das alte Haus der Familie Le liegt inmitten von Feldern am Rande der Kleinstadt Ninh Hoa, unweit der Südküste Vietnams. Ein von Frauen geführter Haushalt, weder reich noch arm, mit Hühnern hinter der Küche und Blick auf die umliegenden Reisfelder. Im Alltag der Hausbewohner*innen wird die ungewöhnliche Konstellation der Familie sichtbar, in der das 20. Jahrhundert deutliche Spuren hinterlassen hat und Deutschland einen wichtigen Referenzpunkt markiert: Ein Teil der Familie lebt seit über 40 Jahren in der Nähe von Bonn, während der andere Teil der Familie in Ninh Hoa geblieben ist. Die Familiengemeinschaft umfasst anwesende und abwesende Verwandte gleichermaßen und erstreckt sich bis in die Welt der Geister.

 

Das Leben dreier Brüder zeigt die Pfade der Geschichte: Der älteste wurde in den frühen 1970er Jahren als Diplomat an die Botschaft der Republik Vietnam in Bonn berufen. Bei Kriegsende 1975 existierte das Land, dessen diplomatischer Vertreter er war, nicht mehr, und er blieb mit seiner Familie in der BRD. Der zweite Bruder wurde Soldat und verschwand in den Wirren der letzten Kriegstage. Seine Überreste wurden nie gefunden. Der dritte wurde nach Ende des Krieges in ein Umerziehungslager geschickt. Heute ist er der einzige männliche Bewohner des Hauses in Ninh Hoa.

 

Im Sommer 2014 kommen zwei Besucher*innen aus Deutschland: Die älteste Tochter will über den Verkauf des für die Rückkehr der Eltern vorgesehenen Palmenhauses entscheiden, Zeit mit ihren Verwandten verbringen und nach alten Briefen aus Deutschland suchen. In der Zwischenzeit landet ihr Bruder in Hanoi mit der Absicht, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Familiengeschichte zusammenzuführen. Er kontaktiert ein Geistermedium, das ihm bei der Suche nach dem verschollenen Onkel helfen soll…

 

Deutschland/Vietnam 2016, 108 Min., Regie: Philip Widmann, Buch: Nguyễn Phương-Đan, Philip Widmann, mit: Lê Thị Trọng Ai, Lê Thị Hồng Yến, Nguyễn Thị Đào, Lê Trọng Tiếp, Lê Thị Nhỏ, Lê Trọng Tấn u. v. a.

 

Ein Interview mit Regisseur Philip Widmann gibt es hier: https://vimeo.com/201823781

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/ehinh

DIE ERBINNEN

 

Ein Film von Marcelo Martinessi

 

Chela und Chiquita sind schon lange ein Paar, über die Jahre sind sie in ihren Rollen innerhalb der Beziehung erstarrt. Während die extrovertierte Chiquita das gemeinsame Leben organisiert, verbringt Chela die Tage lieber bei gedämpftem Licht hinter ihrer Staffelei. Die finanzielle Lage des Paares ist nicht rosig und zwingt die beiden dazu, Teile ihres geerbten Mobiliars zu verkaufen – selbst, wenn es sich um Erinnerungsstücke handelt. Als Chiquita wegen Überschuldung ins Gefängnis kommt, ist Chela plötzlich auf sich allein gestellt. Sie kommt auf die Idee, mit ihrem alten Mercedes einen Taxi-Service für wohlhabende ältere Damen aus der Nachbarschaft anzubieten. Beim Chauffieren lernt sie die junge, lebensfrohe Angy kennen und ist fasziniert von ihr. Die Begegnung lockt Chela aus ihrer Passivität und lässt sie ihre eigenen Sehnsüchte neu entdecken…

 

Ein universelles Melodram über die Kraft der Liebe.

 

Vier Preise auf der Berlinale 2018 (Silberner Bär: beste Darstellerin – Silberner Bär: Alfred Bauer-Preis – FIPRESCI-Preis – Teddy Award der Leserjury von ‚Mannschaft‘) sowie zahlreiche weitere internationale Preise.

 

Paraguay/Uruguay/Deutschland/Brasilien/Norwegen/Frankreich 2018, 95 Min., spanische OmU-Fassung; Regie, Drehbuch: Marcelo Martinessi, mit: Ana Brun, Margarita Irún, Ana Ivanova, Nilda Gonzalez u. a.

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/erbinnen

THE EVENT

Ein Film von Sergei Loznitsa

 

In diesem Dokumentarfilm bedient sich Sergei Loznitsa eines bereits früher erprobten Ansatzes: Er nutzt Archivbilder, um drei Tage des gescheiterten Putschversuchs gegen Gorbatschow im August 1991 in Leningrad festzuhalten. Loznitsa montiert die Bilder in chronologischer Abfolge und konzentriert sich auf die Tonspur, die er sorgfältig von Kommentarstimme und Musik der ursprünglichen Fassung befreit. Dieses historische Ereignis gilt heute als Vorbote des Zerfalls der Sowjetunion und der Weigerung der Bevölkerung, weiter unter dem alten Regime zu leben. Doch die Menschen wirken eher verloren als revolutionsbereit und fragen nach den treibenden Kräften hinter den politischen Veränderungen.

 

DOK Leipzig – Filmpreis „Leipziger Ring“ (Bester Dokumentarfilm zum Thema DEMOKRATIE)

 

Niederlande/Belgien 2015, 74 Min., russische OmU-Fassung, Regie: Sergei Loznitsa

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/theevent

FÉLICITÉ

Ein Film von Alain Gomis

 

Félicité ist Sängerin und tritt jeden Abend in einer Bar in Kinshasa auf. Sie ist eine Frau in der Mitte ihres Lebens, stolz und unabhängig, doch sobald sie singt, scheint sie die Welt um sich herum zu vergessen. Es sind rauschhafte Nächte, denn Félicités Musik hypnotisiert und bewegt ihr Publikum. Als ihr Sohn nach einem schweren Unfall im Krankenhaus liegt und dringend operiert werden muss, versucht Félicité, das dafür nötige Geld aufzutreiben. Sie begibt sich auf eine atemlose Reise durch die kongolesische Metropole zwischen Armut und dekadentem Reichtum. Unterstützung bekommt sie durch den Schwerenöter Tabu, einen der Stammgäste der Bar. Er ist es auch, der Félicités Sohn nach seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus der Lethargie entreißt und ihn zurück ins Leben führt. Die Umstände habe diese drei unterschiedlichen Menschen zu einer Schicksalsgemeinschaft gemacht. Félicités karge Wohnung mit dem permanent kaputten Kühlschrank wird zum utopischen Ort in einem Land, das für die meisten seiner Einwohner*innen keine Hoffnung bereithält…

 

  • Oscar 2018 Shortlist – Best Foreign Language Film
  • 67. Internationale Film Festspiele Berlin – Silberner Bär – Großer Preis der Jury
  • Fespaco 2017 – Gewinner des goldenen Hengstes

 

Frankreich / Senegal / Belgien / Deutschland / Libanon 2017, 123 Min., Regie & Buch: Alain Gomis, Musik: The Kasaï Allstars, mit: Véro Tshanda Beya, Gaetan Claudia, Papi Mpaka

 

Hier geht’s zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/felicite17

 

FRIDAS SOMMER

Ein Film von Carla Simón

 

Spanien 1993: es ist Sommer in Barcelona, doch für die sechsjährige Frida sind es traurige Tage. Schweigend sieht sie zu, wie die letzten Gegenstände aus der Wohnung ihrer kürzlich verstorbenen Mutter verpackt werden. Zum Abschied laufen Freunde winkend hinter dem Auto her, das sie zu Verwandten aufs Land bringt. Und obgleich sie von der Familie ihres Onkels liebevoll aufgenommen wird, lebt sich Frida fernab ihrer Heimatstadt nur zögerlich in die neue Umgebung ein. Sie tollt mit ihrer Cousine Anna durch den Garten und erkundet die Hänge und den nahegelegenen Wald, aber trotz des strahlenden Sommers macht sich immer wieder Traurigkeit bei Frida breit. Das im Grunde lebensfrohe Mädchen verhält sich unvorhersehbar und launisch, was ihre Tante Marga und ihren Onkel Esteve vor echte Herausforderungen stellt. Wird Frida sich an ihr neues Zuhause gewöhnen?

 

Ein berührendes Coming of Age-Drama über Krankheit und Tod – und das Leben danach. „Seit »Boyhood« hat kein Film soviel Respekt und Einfühlungsvermögen dafür gezeigt, was es heißt, ein Kind zu sein.“ San Diego Reader

 

  • 67. Berlinale – Großer Preis der internationalen Jury Generation KPlus + Preis für den besten Erstlingsfilm
  • Goya – Spanischer Filmpreis 2018 – Beste Regienewcomerin, Bester Nebendarsteller, Beste Nachwuchsdarstellerin
  • Offizieller spanischer Beitrag für die Oscars 2018
  • sowie rund 60 weitere internationale Auszeichnungen

 

Spanien 2016, 96 Min., katalanische OmU-Fassung, FSK: ohne Altersbeschränkung, Regie: Carla Simón, mit: Laia Artigas, Paula Robles, Bruno Cusí, David Verdaguer u. v. a.

 

Und hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/fridassommer

DIE GETRÄUMTEN

Ein Film von Ruth Beckermann

 

Um Liebe und Hass, um richtige und falsche Worte, geht es in dem Film „Die Geträumten“. Im Zentrum stehen Ingeborg Bachmann und Paul Celan, die sich im Nachkriegswien kennengelernt haben. Ihr Briefwechsel bildet die Textgrundlage. Die dramatische, rauschhafte, aber auch unendlich traurige Liebesgeschichte zwischen Bachmann und Celan beginnt 1948, als sie 22 und er 27 Jahre alt ist, und sie endet mit dem Suizid Celans 1971 in Paris. Für Ingeborg Bachmann ist es die große Liebe ihres Lebens, und doch hört sie nie auf, in ihm den Fremden zu sehen und ein bisschen wohl auch zu fürchten: einen Juden aus Czernowitz, dessen Eltern im Holocaust umgekommen sind, während sie selbst nichts dergleichen erlebt hat. Sie liebt ihn und stößt an Grenzen, an ihre eigenen und an seine. Es geht nicht immer nett zu in diesen packenden Briefen. In einem Moment des Zweifels fragt sie: „Sind wir nur die Geträumten?“

 

Zwei junge Schauspieler*innen, Anja Plaschg und Laurence Rupp, treffen sich in einem Tonstudio, um daraus zu lesen. Die dramatisch schwankenden Gefühle der Briefe – zwischen Rausch und Verlustangst, Entzücken und Erschrecken, Nähe und Fremdheit – gehen auf sie über. Aber sie amüsieren sich auch, streiten, rauchen, reden über Tattoos und Musik. Ob die Liebe damals oder die Liebe heute, ob Inszenierung oder Dokumentation: Wo die Ebenen verschwimmen, schlägt das Herz des Films.

 

Österreich 2016, 89 Min., dF/OmeU, Regie: Ruth Beckermann, Buch: Ina Hartwig, Ruth Beckermann, mit Anja Plaschg, Laurence Rupp

 

Filmblatt mit einem Text von Birgit Kohler als PDF

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/getraeumten

HAVE A NICE DAY

Ein Film von Liu Jian

 

Eine Million Yuan sind eine Menge Geld, Xiao will davon seiner Freundin eine Schönheits-OP zahlen. Als er die Tasche voller Scheine klaut, setzt Mafiaboss Onkel Liu seinen besten Killer „Bohnenstange“ auf Xiao an. Doch auf der irrwitzigen Odyssee durch eine chinesische Provinzstadt werden es immer mehr gierige Hände, die dem Geld hinterher jagen. Philosophierende Gangster, in die Jahre gekommenen Auftragsmörder, vom Überlebenskampf ermüdete Männer und Frauen: wer immer die Tasche gerade in der Hand hat, setzt alles daran, sie in Sicherheit zu bringen. Bis die Jagd ein absurdes und blutiges Ende findet – über das Mao Zedong von den Banknoten herab nur milde lächeln kann…

 

HAVE A NICE DAY ist eine schwarze Komödie, deren abgründiger und lakonischer Humor wie ein Vergrößerungsglas für Lebensgefühle und gesellschaftliche Zustände im heutigen China wirkt. Die zeitlose Gier des Menschen und die Gegenwart eines zutiefst verunsicherten Landes im Wandel treffen aufeinander. Liu Jian hat diesen Film mit seinen realistischen Tableaus und originellen Charakteren fast im Alleingang in seinem Animationsstudio realisiert, eine Förderung durch die chinesischen Kulturbehörden war undenkbar.

 

China 2017, Animation, 77 Min., chinesische OmU-Fassung (mandarin), FSK ab 12 Jahre. Buch & Regie: Liu Jian

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/hand

HORSE MONEY

Ein Film von Pedro Costa

 

Pedro Costa schließt mit HORSE MONEY in vielerlei Hinsicht an seine Auseinandersetzung mit den kapverdischen Immigrant*innen in Fontainhas, einem armen Migrationsviertel in Lissabon an, die er in einer vorhergehenden Trilogie und einigen Kurzfilmen begonnen hat.

 

Das gebannte Luftanhalten, das einen in den ersten Sekunden von HORSE MONEY heimsucht, wird über die gesamte Laufzeit nicht aufhören. Wir folgen Ventura auf einer Reise durch sein Inneres. Die Vergangenheit und Gegenwart von Ventura werden wie zwei Folien übereinandergelegt und die Grenzen verschwimmen. Neben der von der Krankheit des realen Venturas inspirierten Krankheitsgeschichte der Figur in einem Krankenhaus, die in erschütternden Zitter- und Spuckanfällen eine körperliche Präsenz bekommt, die einem einfach nahegehen muss, beleuchtet HORSE MONEY die Ereignisse in Portugal 1974, als Ventura einen Landsmann mit einem Messer erstach. So behauptet der ältere Ventura, gekleidet wie ein junger Aufreißer, dass er 19 Jahre und 3 Monate alt sei. Krankenhaus und Gefängnis verschmelzen zu einem abstrakten Raum und genau dasselbe lässt sich über die politische Vergangenheit und Gegenwart Portugals sagen. Eine klare Narration würde sich wohl kaum rekonstruieren lassen, denn der Film findet in den Erinnerungen, Albträumen und Delirien seines Protagonisten statt.

 

Filmfest München 2015 – Bester Film Internationaler Wettbewerb

 

Portugal 2014, 105 Minuten, portugiesische OmU-Fassung, Regie und Drehbuch: Pedro Costa, Kamera: Leonardo Simões, Pedro Costa, Schnitt: Joâo Dias, Ton: Olivier Blanc, Vasco Pedroso, mit Ventura, Vitalina Varela, Tito Furtado, Antónia Santos u. a.

 

Filmblatt mit Texten von Patrick Holzapfel und Volko Kamensky als PDF

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/horsemoney

JEANNE D’ARC

Ein Film von Bruno Dumont

 

Frankreich, 1430. Die jugendliche Jeanne d’Arc, zuvor als Retterin Frankreichs mit göttlichen Eingebungen verehrt und zur Anführerin berufen, fällt in Ungnade. Nach militärischen Erfolgen gegen die Engländer unterliegt sie mit der königlichen Armee in der Schlacht von Compiègne. In der Folge fallen Getreue von ihr ab, Intrigen werden gesponnen. Schließlich wird die junge Frau gefangen genommen. Vor einem Kirchengericht wird ihr unerbitterlich der Prozess gemacht und sie wird als Ketzerin zum Tode verurteilt.

 

Regisseur Bruno Dumont (TWENTYNINE PALMS, CAMILLE CLAUDEL 1915, KINDKIND) folgt nach JEANNETTE – DIE KINDHEIT DER JEANNE D’ARC, seiner Musical-Vitalkur für die heilige Jungfrau von Orlèans, für diese Passionsgeschichte dem 1897 erschienen Drama von Charles Péguy. Den Originaltext singt die französische Chanson-Legende Christophe ein, mit verblüffendem Ergebnis. In seiner von den Mitteln des epischen Theaters durchdrungenen Reflexion über unverdorbenen Idealismus und das Machtgefüge der Alten ergeben sich überraschende Perspektiven auf unsere politische Gegenwart.

 

„Der neue Film von Bruno Dumont bietet einen guten Schlüssel, um die Tiefe der prophetischen Dimension von Greta Thunberg zu ergründen. Es ist schwer, in dem Hass, den sie auslöst, nicht das Gesicht von Jeannes Staatsanwalt Bischof Cauchon zu erkennen, der sich nicht an das Öl verkauft hat, sondern an England.“ Bruno Latour auf Twitter

 

„Radikales Kino, das man genießen und feiern kann.“ otroscines.com

 

Frankreich 2019, 138 Minuten, französische OmU-Fassung, Regie: Bruno Dumont, mit Lise Leplat Prudhomme, Jean-François Causeret, Daniel Dienne, Fabien Fenet, Robert Hanicotte, Yves Habert u. v. a.

 

Und hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/jeanne

DER JUNGE UND DIE WELT

Ein Film von Alê Abreu

 

Die Arme und Beine des kleinen Cucas sind schmal wie Nähgarn und der Kopf rund wie ein Fussball oder wie die Weltkugel, die er mit neugierigem Blick erkundet. Sein Interesse gilt all jedem, was er in und um sein Dorf entdeckt. Blumen, Fische, Vögel, aber auch die Klänge und Melodien, die sich vor seinen Augen in schillernde Farben verwandeln, fesseln seine Aufmerksamkeit. Leicht ist er, leicht wie eine Feder und so passiert es schon mal, dass der Wind ihn ergreift und bis hoch oben in die Wolken trägt, von wo er eine besondere Aussicht auf die Erde bekommt. Doch Cucas Leben erfährt eine harte Landung als sein Vater die Familie verlässt, um in der Stadt Arbeit zu finden. Kurzentschlossen macht sich der kleine Junge mit gepacktem Koffer auf, seinen Vater zu suchen, in der Hoffnung die Familie wieder zusammen zu bringen…

 

Brasilien 2013, 80 Min., FSK: ohne Altersbeschränkung, ohne Dialog, Regie: Alê Abreu.

 

Hier geht’s zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/djudw

LA FLOR

Ein Film von Mariano Llinás

 

Ein Film, der mit sechs Episoden, die von verschiedenen Filmkunstformen inspiriert sind, der Kinogeschichte Anerkennung zollt. Jede Episode gehört einem Genre an. Die erste Episode könnte als B-Film betrachtet werden, also als diejenige Sorte von Film, welche die Amerikaner früher mit geschlossenen Augen gedreht haben und heute einfach nicht mehr drehen können. Die zweite Episode ist eine Art Musical mit einem geheimnisvollen Touch. Die dritte Episode ist ein Spionagefilm. Die vierte ist schwer zu beschreiben. Die fünfte ist von einem alten französischen Film inspiriert. Und die letzte Episode handelt von einigen gefangenen Frauen, die im 19. Jahrhundert, nach vielen Jahren bei den Indianern, aus der Wüste zurückkehren.

 

Zehn Jahre lang hat Mariano Llinás an seinem knapp 14-stündigen Epos gearbeitet, und das Ergebnis zählt unbestritten zu den außergewöhnlichsten Kinoereignissen des Jahres. Eine Serie für die Leinwand, eine verspielte, vor Ideen berstende Hommage an das Kino und das Geschichtenerzählen überhaupt. Elisa Carricajo, Valeria Correa, Pilar Gamboa und Laura Paredes bilden für drei Kapitel ein fulminant aufspielendes Quartett, das in sechs Episoden und acht Akten, umgeben von Dutzenden NebendarstellerInnen, als betörend roter Faden der Serie fungiert. Verwirrend? Dabei ist alles ganz einfach: Jede Episode bezieht sich auf ein klassisches Filmgenre, das Llinás genüsslich dekonstruiert und dem er zugleich huldigt. LA FLOR ist ein wunderbares Mysterium, wie es sich Llinás’ Landsmann Borges nicht besser hätte ausdenken können.

 

Argentinien 2018, 837 Min., OmU (Spanisch/Französisch/Englisch/Russisch/Deutsch/Schwedisch/Italienisch), Regie: Mariano Llinás, mit Elisa Carricajo, Pilar Gamboa, Valeria Correa, Laura Paredes u. v. a.

 

Wir streamen LA FLOR in acht Teilen, die jeweils dienstags und freitags veröffentlicht werden.

 

Hier geht’s zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/laflor19

LIEBESFILM

Ein Film von Emma Rosa Simon und Robert Bohrer

 

Lenz ist ein Tagträumer, charmant, phantasievoll und – wie es sich für einen Dreißigjährigen in Berlin gehört – radikal entscheidungsunfähig. Nach einer durchfeierten Nacht wacht Lenz ziemlich derangiert neben Ira auf. Lenz ist verliebt. Ira auch. Es beginnt der Sommer der Liebe: herumalbernd durch die Berliner Nacht, Bier am Kanal, Gespräche über Sex und Kindheit. Alles ist wunderschön. Bis Ira diese eine, alles verändernde Frage stellt: „Willst Du eigentlich Kinder?“ Und dann tut Lenz das, was er am besten kann, wenn es kompliziert wird. Er macht sich aus dem Staub. Haltlos stolpert er durch den Sommer und begegnet dabei den Helden seiner Tagträume, die ihn ständig ins Kreuzverhör über seine Gefühle nehmen. Währenddessen zeigt sein Kumpel Kenn nur liebevolles Unverständnis für Lenz‘ Situation. Als Ira mit dem einbrechenden Herbst plötzlich wieder vor ihm steht, muss er sich dem großen „Trotzdem“ stellen.

 

AchtungBerlin 2019 – New Berlin Film Award: Beste Regie + Bestes Drehbuch
Filmfestival Max-Ophüls-Preis 2019 – MOP Watchlist

 

„Ein solcher Film ist rar im deutschen Kino. Er macht Spaß, ist aber keine Komödie herkömmlicher Natur. Er strotzt vor kuriosen Einfällen, ist aber keine schwere Kost. Und er erzählt seine Liebesgeschichte, so wie sie eben ist – authentisch.“ (kino-zeit.de)

 

„Wenn nur der Sommer so wird wie dieser Film!“ (Der Spiegel)

 

Deutschland 2018, 82 Min., deutsche Originalfassung (teilweise untertitelt), FSK ab 12. Regie: Emma Rosa Simon & Robert Bohrer, Drehbuch: Emma Rosa Simon, Robert Bohrer, Kamera: Emma Rosa Simon, Schnitt: Jörg Volkmar, Musik: Daniel Glatzel, mit Eric Klotzsch, Lana Cooper, Gerdy Zint, Hartmut Becker, Sabine Vitua, Katharina Sporrer u. a.

 

Kinophon – der Grandfilm-Podcast mit den LIEBESFILM-Regisseurin*nen Emma Rosa Simon und Robert Bohrer hier anhören

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/liebesfilm

DIE LIEBHABERIN

Ein Film von Lukas Valenta Rinner

 

 

Als die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Belén einen Job als Hausmädchen bei einer reichen Familie annimmt, bekommt sie erstmals in ihrem Leben einen der entlegenen Außenbezirke von Buenos Aires zu sehen. Hohe Mauern schützen das Anwesen, hinter dem dschungelähnliches Gebiet liegt. Auf einem ihrer Spaziergänge entdeckt Belén ein Nudistencamp. Ihre heimlichen Besuche als Voyeurin häufen sich, doch schließlich wird sie von der Nudisten-„Familie“ als vollwertiges Mitglied aufgenommen und erlebt nie gekannte Zügellosigkeit und Harmonie. Doch der Zusammenprall zweier Welten erzeugt eine Reibung, die nicht ohne Folgen bleibt…

 

Diagonale 2017 – Großer Preis: bester Spielfilm
Toronto International Film Festival 2016 – Spezial-Preis der Jury

 

 

„Rinner entwickelt seine lakonische Romanze in eine vollkommen ungeahnte Richtung, schrammt am Surrealen vorbei ins Groteske, ohne je ins Lächerliche abzurutschen.“ (ORF)

 

„Eine exquisit inszenierte Komödie mit trockenem Humor im Stile von Jacques Tatis MON ONCLE.“ (FilmSociety Lincoln Center New York)

 

Österreich/Südkorea/Argentinien 2016, 100 Min., spanische OmU-Fassung, Regie: Lukas Valenta Rinner, mit: Iride Mockert, Martin Shanly, Andrea Strenitz, Mariano Sayavedra u. a.

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/dieliebhaberin

 

 

MAIDAN

Ein Film von Sergei Loznitsa

 

In MAIDAN fügt Sergei Loznitsa Aufnahmen jener zivilen Unruhen, die im Winter 2013/14 am Kiewer Maidan losbrachen, zu einem wirkmächtigen Zeitdokument zusammen. Die Aufstände, die aus einem friedlichen Protestmarsch heraus entstehen, sind eruptives Indiz der lange währenden ukrainischen Revolution. Mit der Absicht, den regierenden ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch zu stürzen, haben sich die Protestierenden auf dem Maidan versammelt. Als sie jedoch mit der Polizei aneinandergeraten – oder besser gesagt die Polizei an sie gerät – setzen Straßenschlachten ein, und die Gewalt nimmt überhand. Loznitsa passt einzelne Sequenzen des Protestverlaufs in eine streng geordnete Form ein, verharrt dabei konsequent am zentralen Schauplatz des Geschehens, dem Kiewer Maidan. Schleichend ergibt sich so ein eindringliches Bild, nämlich das der nationalen Neudefinition.

 

Ukraine/Niederlande 2014, 130 Min., OmU, Regie: Sergei Loznitsa

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/maidan14

 

DIE MASKE

Ein Film von Małgorzata Szumowska

 

Jacek liebt Heavy Metal, die Spritztouren mit seinem Auto und seinen Hund. Er genießt das Dasein als cooler Außenseiter in einem ansonsten eher spießigen Umfeld. In der Nähe seines Heimatortes an der polnisch-deutschen Grenze soll die größte Jesusstatue der Welt entstehen, und auch Jacek arbeitet auf der Großbaustelle. Doch ein schwerer Arbeitsunfall lässt ihn entstellt zurück. Unter reger Anteilnahme der polnischen Öffentlichkeit wird daraufhin die erste Gesichtstransplantation im Land vollzogen. Jacek wird als Nationalheld und Märtyrer gefeiert, die Jesusstatue wird höher und höher, aber er selbst erkennt sich nicht mehr im Spiegel wieder. Während sein Konterfei zur Maske wird, zeigen die Menschen um ihn herum ihr wahres Gesicht…

 

Polen 2018, 91 Min., polnische OmU-Fassung; FSK ab 12 Jahre; Regie: Małgorzata Szumowska, mit Mateusz Kościukiewicz, Agnieszka Podsiadlik, Małgorzata Gorol, Anna Tomaszewska, Dariusz Chojnacki, Robert Talarczyk, Roman Gancarczyk u. v. a.

 

Hier geht’s zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/diemaske

MEIN LIEBSTER STOFF

Ein Film von Gaya Jiji

 

Damaskus im Frühjahr 2011: während sich in Syrien der Arabische Frühling anbahnt, träumt die 25-jährige Nahla von einem anderen Leben, einem Leben individueller und freier Selbstbestimmung. Die Hochzeit mit Samir, einem in die USA emigrierten Syrer, verspricht zunächst einen Ausweg aus den gesellschaftlichen Fesseln. Doch Samir stört sich an Nahlas Eigensinnigkeit und nimmt lieber ihre jüngere und gehorsamere Schwester Myriam zur Frau. Für Nahla scheint ein Traum zu zerplatzen, doch ihre Freundschaft zur ihrer Nachbarin, der geheimnisvollen Madame Jiji, öffnet ihr eine neue Sicht auf ihr Leben…

 

Regisseurin Gaya Jiji erzählt in ihrem sinnlichen Film von Berührungen, von Körpern und von dem Stoff, der diese umhüllt. Ein Film über die universelle Suche nach der eigenen Identität und die Frage weiblichen Begehrens.

 

Deutschland/Frankreich/Türkei 2018, 94 Min., arabische OmU-Fassung, Regie: Gaya Jiji; mit: Manal Issa, Ula Tabari, Souraya Baghdadi, Mariah Tannoury, Nathalie Issa, Saad Lostan, Wissam Fares, Amani Ibrahim, Metin Akdülger u. a.

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/mls

„MIR IST ES EGAL, WENN WIR ALS BARBAREN IN DIE GESCHICHTE EINGEHEN“

Ein Film von Radu Jude

 

Die junge Regisseurin Mariana Marin plant eine groß angelegte, radikale Theateraufführung zu Rumäniens Beteiligung am Holocaust. Unter General Antonescu wurde der massive Antisemitismus in der rumänischen Gesellschaft zur offiziellen Vernichtungspolitik erklärt, seine Rolle und die seiner Regierung im Zweiten Weltkrieg wird aber bis heute glorifiziert. Vom damaligen Massenmord will niemand mehr etwas wissen. Mit einem Reenactment der damaligen Ereignisse soll das Theaterstück das Publikum aufrütteln, doch bereits vor der Premiere zeigen sich zahlreiche Probleme: es gibt Unmut unter den Komparsen, ein Abgesandter der Stadtregierung möchte das Stück zensieren und auch in Marianas Privatleben läuft nicht alles glatt. Die als Weckruf konzipierte Performance gerät Schritt für Schritt zur Farce…

 

Radu Judes neuer Spielfilm findet einen ganz eigenen Ton für ein schwieriges Thema: die selektive Erinnerungspolitik im heutigen Europa. Zwischen Realität und Fiktion, zwischen dem Blick in moralische Abgründe und einer ironischen Leichtigkeit gelingt ihm eine facettenreiche Reflexion über Geschichtsvergessenheit. Ein Film, der auch das Scheitern von politischer Kunst thematisiert – und dabei als politisches Kunstwerk brilliert.

 

Karlovy Vary International Film Festival 2018 – Grand Prix Crystal Globe

 

Rumänien/Bulgarien/Deutschland/Frankreich/Tschechische Republik 2018, 139 Min., rumänische OmU-Fassung. Regie, Drehbuch: Radu Jude, mit: Ioana Iacob, Alexandru Dabija, Alex Bogdan, Ilinca Manolache, Erban Pavlu, u. a.

 

Filmblatt mit einem Text von Patrick Holzapfel als PDF

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/barbaren

NORTE – THE END OF HISTORY

Ein Film von Lav Diaz

 

Dostojewskis Schuld und Sühne trifft auf poetischen Realismus: In seinem neuen, in Cannes gefeierten Meisterwerk, entwirft Lav Diaz ein Sittengemälde der modernen Philippinen, das einem mit seiner filmischen Opulenz und mit seinem radikalen Nihilismus die Sprache verschlägt.

 

Der bürgerliche Jurastudent Fabian hat genug von der modernen Gesellschaft und will endlich seine revolutionären Ideen in die Praxis umsetzen. Sein Opfer wird die Pfandleiherin seines Wohnviertels: Er ermordet sie, doch die Spur des Verbrechens führt zu Joaquin, einem armen Schuldner der Ermordeten, der ohne Beweise zu einem Geständnis gebracht wird und für Jahre in einem Hochsicherheitsgefängnis verschwindet. Zurück bleibt seine Frau mit den beiden Kindern, die nun alleine den täglichen Kampf ums Überleben meistern muss.

 

Diese kurz angerissenen Handlungsstränge verwebt Lav Diaz zu einem fulminanten, anspielungsreichen und spannenden Gesellschaftsroman, in dem die individuellen Schicksale der Protagonist_innen den Spiegel bilden für eine in den Jahrhunderten des Kolonialismus und den Jahrzehnten der Diktatur beschädigte Gesellschaft.

 

Philippinen 2013, 250 Min., Omu (englisch/tagalog), FSK: k. A., Regie: Lav Diaz, mit: Sid Lucero, Angeli Bayani, Archie Alemania, Angelina Kanapi, Mae Paner, Soliman Cruz, Ading Hazel u. v. a.

 

Filmblatt mit einem Text von Christoph Huber als PDF

 

Und hier geht’s zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/nortetheendofhistory

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NUESTRO TIEMPO

Ein Film von Carlos Reygadas

 

Juan ist Farmbesitzer und als Schriftsteller hoch angesehen. Gemeinsam mit seiner Frau Ester führt er ein glückliches Familienleben mit zwei Kindern auf einem großen Anwesen im Norden Mexikos. Ester und Juan haben seit längerem eine offene Beziehung verabredet. Als Ester auf einer Party dem gemeinsamen Freund Phil Avancen macht, ermutigt Juan sie, ihrem Begehren zu folgen. Womit er jedoch nicht gerechnet hat, ist seine immer größer werdende Eifersucht. Es beginnt eine Spirale von Zweifeln und unterdrückten Leidenschaften. Juan muss sich seine Schwächen eingestehen und beginnt eine schmerzhafte Arbeit am eitlen Selbstbild des gehörnten Ehemanns…

 

Regisseur Carlos Reygadas (STELLET LICHT, JAPÓN, BATTLE IN HEAVEN), der zusammen mit seiner Ehefrau Natalia López in die Rolle des Ehepaars Ester und Juan schlüpft, untersucht in seinem neuen Spielfilm die Grenzen einer romantischen Zweierbeziehung. Eingefangen in den großartig komponierten Breitwandbildern des innovativen Kameramanns Diego Garcia, findet der Film einen faszinierenden Erzählton zwischen schonungsloser Autofiktion und mythischen Naturbildern.

 

„In seiner leidenschaftlichen und präzisen Suche nach Klang, Rhythmus, Farben, Metaphern ist der Film – ein Gedicht.“ Michael Pfister, Filmbulletin

 

„Wenn Menschen einander sehen könnten, wie Reygadas sie sieht, wären sie frei.“ Dietmar Dath, FAZ

 

Mexiko/Frankreich/Deutschland/Dänemark/Schweden 2018, 175 Min., spanische OmU-Fassung. Regie, Drehbuch: Carlos Reygadas, mit: Carlos Reygadas, Natalia López, Phil Burgers, Yago Martinez, Eleazar Reygadas, Rut Reygadas u. v. a.

 

Filmblatt mit einem Text von Dietmar Dath als PDF

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/nuestrotiempo

ON THE BEACH AT NIGHT ALONE

Ein Film von Hong Sang-soo

 

 

Die junge, aufstrebende Schauspielerin Younghee hat gerade die Affäre zu einem verheirateten Mann beendet. In Hamburg, fern von ihrer Heimat Seoul, nimmt sie sich Zeit für sich selbst, um über die Liebe nachzudenken. Bei Spaziergängen in der Hafenstadt fragt sie sich, ob ihr ehemaliger Geliebter noch etwas für sie empfindet und was sie wirklich vom Leben erwartet. Zurück in Korea besucht Younghee die Küstenstadt Gangneung und trifft dort auf alte Freunde. Je weiter der Abend voranschreitet und je mehr Alkohol die Anwesenden zu sich nehmen, desto mehr wandeln sich ihre Gespräche. Anfangs sind es noch gehaltvolle Diskussionen, doch die Nichtigkeiten nehmen überhand. Younghee verlässt das Hotel und flüchtet an einen einsamen Strand…

 

Berlinale 2017 – Silberner Bär für Kim Minhee (beste Darstellerin)

 

 

Südkorea 2017, 101 Min, koreanische OmU, Regie: Hong Sang-soo, mit: Kim Minhee, Seo Younghwa, Kwon Haehyo, Jung Jaeyoung, Song Seonmi, Moon Sungkeun u. v. a.

 

 

„Ein feiner Film über Liebeskummer, Reue und Selbstfindung.“ (Hannah Pilarczyk, Der Spiegel)

 

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/otbana

ORIENTIERUNGSLOSIGKEIT IST KEIN VERBRECHEN

 

Ein Film von Marita Neher und Tatjana Turanskyj

 

Lena (Nina Kronjäger) ist eine Journalistin in der Krise, die zunächst in Berlin zum Thema „Europäische Sicherheitspolitik“ recherchiert und sich dann auf den Weg in den Norden Griechenlands macht, nach Thrakien, dem Grenzland zwischen Bulgarien und der Türkei. Ihr Ziel: der neue Sicherheitszaun, der Griechenland von der Türkei trennt. Zufällig begegnet sie Amy (Anna Schmidt), einer Aktivistin, die teils aus Langeweile, aber auch aus Neugier, Lena bei ihren Recherchen begleitet. Es ist die Geschichte einer Begegnung zweier Frauen, die beide mit unterschiedlicher Ambitionen in Griechenland unterwegs sind. Aus der Reibung ihrer beiden Perspektiven entspringt ein Road Movie durch die griechische Provinz, auf der Suche nach unsichtbaren Grenzen und einer Haltung zur Gegenwart.

 

Festivals:

2. Woche der Kritik, Berlin 2016 (Weltpremiere)
Underdox 11, München 2016

 

Deutschland/Griechenland 2016, 76 Min., Regie: Marita Neher & Tatjana Turanskyj, mit: Nina Kronjäger, Anna Schmidt, Fabio Pink, Sven Seeger, u.a.

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/oikv

RIGHT NOW, WRONG THEN

Ein Film von Hong Sang-soo

 

 

„Es hat nicht sollen sein.“ Was retrospektiv über viele Beziehungen gesagt wird, die scheitern bevor sie richtig begonnen haben, trifft auch auf das Verhältnis Ham Chun-su und Yoon Hee-jung zu. Er ist Regisseur und wegen einer Filmvorführung in Suwon. Dummerweise reist er einen Tag zu früh an und lernt zufällig die Künstlerin Hee-jung kennen. Die beiden verbringen den Tag zusammen, besuchen ihr Atelier, essen Sushi, trinken Soju und gehen am Abend mit Freundinnen aus. So kommen sie einander näher, und doch geht am Ende alles schief. Doch was genau läuft verkehrt? Dieser Frage geht Regisseur Hong Sang-soo in seiner verspielten, humorvollen Romanze nach – und lässt sie mitten im Film einfach noch einmal beginnen, unter leicht veränderten Voraussetzungen…

 

Locarno International Film Festival 2015 – Goldener Leopard: bester Film + Silberner Leopard: bester Schauspieler (Jung Jae-young)

 

 

Südkorea 2015, 121 Min., koreanische OmU, Regie: Hong Sang-soo, mit Jung Jaeyoung, Kim Minhee, Ko Ahsung, Youn Yuhjung u.a.

 

Filmblatt mit einem Text von Esther Buss als PDF

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/rnwt

DIE SANFTE

Ein Film von Sergei Loznitsa

 

Eine Frau lebt alleine am Rande einer kleinen russischen Stadt. Ihr Mann ist im Gefängnis, regelmäßig schickt sie ihm Pakete. Als eines ihrer Päckchen zurückkommt, bemüht sie sich, den Grund dafür zu erfahren. Doch ihre Nachfragen bei den Behörden führen zu keinem Ergebnis. Schließlich macht sie sich auf einen langen Weg, um Klarheit zu gewinnen über das Schicksal ihres Mannes. Die Reise in die Gefängnisstadt am andere Ende Russlands ist beschwerlich. Die Menschen, denen sie begegnet, scheinen von einer tiefgehenden Lethargie geprägt zu sein. Jeder hat eine Theorie über den Lauf der Dinge parat, aber niemand scheint daran zu glauben, dass die Lage irgendwann wieder besser wird. Ihre Suche nach Antworten führt die Frau schließlich immer tiefer in einen Sumpf aus Ignoranz, Selbstsucht, Gewalt und Unmenschlichkeit, die sie stoisch erträgt. Wird sie Gerechtigkeit erfahren und ihren Mann wiedersehen?

 

70. Internationales Filmfestival Cannes – Wettbewerb

 

„Packend und faszinierend“ **** The Guardian

 

Frankreich/Deutschland/Litauen/Niederlande 2017, 143 Min., russische OmU-Fassung, FSK: ab 12 Jahren, Drehbuch & Regie: Sergei Loznitsa, mit: Vasilina Makovtseva, Marina Kleshcheva, Lia Akhedzhakova, Valeriu Andriuta, Boris Kamorzin u. v. a.

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/diesanfte

DER SCHATZ

Ein Film von Corneliu Porumboiu

 

Der Beamte Costi führt ein bescheidenes, beschauliches Leben mit seiner Frau und seinem sechsjährigen Sohn, dem er abends immer Gute-Nacht-Geschichten erzählt, um ihm beim Einschlafen zu helfen. Eines Nachts jedoch klingelt sein Nachbar Adrian bei ihm, um sich Geld zu leihen: sein Elternhaus stehe kurz vor der Pfändung. Als Costi leider nicht helfen kann, verrät ihm Adrian, dass ein von seinem Ur-Großvater vergrabener Schatz auf dem Grundstück schlummern soll. Wenn Costi es schafft, einen Fachmann mit Metalldetektor anzuheuern, wird die Hälfte des Schatzes ihm gehören – falls es diesen tatsächlich gibt …

 

Corneliu Porumboiu (LA GOMERA, POLICE ADJECTIVE), eine der führenden Figuren des neuen rumänischen Kinos, erzählt mit gewohnt trockenem Humor eine Geschichte von der Suche nach dem Glück – mit überraschendem Ausgang.

 

„Ein großer Film!“ (Bert Rebhandl, FAZ)

 

„Überraschend, wunderbar und unglaublich komisch.“ (Jessica Kiang, The Playlist)

 

Rumänien/Frankreich 2016, 89 Min., rumänische OmU-Fassung, Regie: Corneliu Porumboiu, mit: Cuzin Toma, Adrian Purcarescu, Corneliu Cozmei, u.a.

 

Filmblatt mit einem Text von Bert Rebhandl als PDF

 

Hier gibt es ein Filmgespräch mit Regisseur Corneliu Porumboiu aus dem Kino fsk Berlin: https://youtu.be/eFenhjZHTvI

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/derschatz15

 

 

SELBSTKRITIK EINES BÜRGERLICHEN HUNDES

Ein Film von Julian Radlmaier

 

Ein bürgerlicher Windhund gesteht, wie er vom Filmemacher zum Vierbeiner wurde: Weil er gerade keine Förderung bekommt, sieht JULIAN sich gezwungen, einen Job als Erntehelfer anzunehmen. Als er der jungen Kanadierin CAMILLE weismacht, es handele sich dabei um die Recherche für einen kommunistischen Märchenfilm, in dem sie die Hauptrolle spielen soll, will sie ihn begleiten und Julian spinnt romantische Fantasien. So landen die beiden in der trügerischen Idylle einer ausbeuterischen Apfelplantage. Während Julian unter der körperlichen Arbeit leidet und sich vor den merkwürdigen Zimmergenossen in den Containerbaracken fürchtet, stürzt sich Camille enthusiastisch in die vermeintliche Recherche und freundet sich mit HONG und SANCHO an, zwei wundergläubige Proletarier auf der Suche nach dem Glück. Für Julian wird es zunehmend schwieriger, den kommunistischen Filmemacher zu performen, außerdem kommt ihm ein Vorzeigearbeiter mit amerikanischen Träumen in die Quere, ein stummer Mönch mit magischen Kräften und einem Sprung in der Schüssel tritt auf, die Plantagenbesitzerin wird versehentlich getötet und eine versuchte Revolution endet in Ratlosigkeit. Da kommen die Spatzen in den Bäumen mit einem unerhörten Plan…

 

Deutschland 2017, 99 Min., DF/OmeU, FSK: ab 0 Jahre, Regie & Buch: Julian Radlmaier, mit: Julian Radlmaier, Deragh Campbell, Kyung-Taek Lie, Beniamin Forti, Ilia Korkashvili, Zurab Rtveliashvili u. a.

 

Hier geht’s zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/sebh

SWEET COUNTRY

Ein Film von Warwick Thornton

 

1929 im Outback des Northern Territory in Australien: Sam Kelly, ein Aborigine mittleren Alters, arbeitet für den freundlichen Prediger Fred Smith. Als der herrische Harry Marsh von der Westfront zurückkehrt und eine Rinderfarm übernimmt, soll Sam mit seiner Frau und seiner Tochter einen Vorposten renovieren. Doch Harry entpuppt sich als ein kranker und verbitterter Mann, seine Beziehung zu Sam eskaliert schnell. Während einer heftigen Schießerei schließlich muss Sam Harry töten, um sein eigenes Leben zu retten. So wird Sam zum Mörder eines weißen Mannes. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als mit seiner schwangeren Frau in das lebensfeindliche Outback zu fliehen. Eine von Sergeant Fletcher geleitete Gruppe versucht die beiden hier aufzuspüren, doch dem klugen und erfahrenen Buschmann Sam gelingt es immer wieder, seine Fährte zu verwischen…

 

  • Filmfestspiele Venedig 2017 – Großer Preis der Jury

 

Australien 2017, 113 Min., englische OmU-Fassung, FSK: ab 12 Jahre, Regie: Warwick Thornton, mit: Hamilton Morris, Bryan Brown, Thomas M. Wright, Ewen Leslie, Sam Neill u. v. a.

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/sweetcountry17

SYNONYMES

Ein Film von Nadav Lapid

 

Yoav hat keinen guten Start in Paris. Die Wohnung, an deren Tür er klopft, ist leer. Als er dort ein Bad nimmt, werden seine Sachen gestohlen. Dabei ist der junge Israeli mit höchsten Erwartungen hierher gekommen. Er will so schnell wie möglich seine Nationalität loswerden. Israeli zu sein ist für ihn eine Belastung, seine Landsleute nerven ihn ebenso wie die Besuche auf der israelischen Botschaft. Franzose zu werden hingegen bedeutet für ihn die Erlösung. Um seine Herkunft auszulöschen, versucht Yoav die Sprache zu ersetzen. Kein hebräisches Wort soll mehr über seine Lippen kommen, stattdessen setzt er alles daran, sein Französisch zu vervollkommnen. Das Wörterbuch wird zum ständigen Begleiter auf seinen ziellosen Streifzügen durch Paris. Halt findet er scheinbar bei Caroline und Emile, einem jungen französischen Paar, mit dem er sich anfreundet. Doch ihr Interesse an seiner Person scheint nicht ganz selbstlos zu sein…

 

Basierend auf eigenen Erfahrungen erzählt Nadav Lapid hintergründig und mit trockenem Humor von der Schwierigkeit, neue Wurzeln zu bilden. Eine tragikomische Hommage an die Nouvelle Vague, ein rauschhafter Trip durch das Paris von heute, eine unsentimentale Geschichte über den Versuch, in einem neuen Leben anzukommen.

 

69. Berlinale 2019 – Goldener Bär – bester Film + FIPRESCI-Preis

 

Frankreich/Deutschland/Israel 2019, 123 Minuten, französisch-hebräische OmU-Fassung und deutsche Synchronfassung, Regie und Drehbuch: Nadav Lapid, mit: Tom Mercier, Louise Chevillotte, Quentin Dolmaire, Uri Hayik u. a.

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/synonymes

DER TOD VON LUDWIG XIV.

Ein Film von Albert Serra

 

Leid und Sterben machen auch vor den Mächtigsten, ja Absoluten nicht Halt: Der Sonnenkönig Ludwig XIV. – eine Paraderolle für die Truffaut-Ikone Jean-Pierre Léaud – verspürt im August 1715 nach einem Spaziergang plötzlich Schmerzen im Bein. Die nächsten Tage verbringt er in seiner Kammer, führt die Regierungsgeschäfte bestmöglich weiter und gleitet allmählich seinem Tod entgegen. Ein Historienfilm als Kammerspiel, Opulenz auf engstem Raum, der Totentanz eines Bettlägerigen – während um den Kranken herum schon so eifrig wie eifersüchtig an der Zukunft ohne ihn gebastelt wird.

 

69. Internationale Filmfestspiele Cannes – Wettbewerb

 

„60 Jahre nachdem Jean-Pierre Leaud mit SIE KÜSSTEN UND SIE SCHLUGEN IHN seinen Durchbruch hatte, inszeniert Albert Serra ihn als sterbenden Sonnenkönig in einer pompösen, majestätischen Studie über Tod und Vergänglichkeit. Sicherlich der schönste Film in Cannes 2016.“ Sight & Sound

 

Frankreich/Portugal/Spanien 2016, 115. Min, franz. OmU-Fassung, FSK: ab 12 Jahren, Regie: Albert Serra, Drehbuch: Albert Serra, Thierry Lounas,  mit: Jean-Pierre Léaud, Patrick d’Assumçao, Marc Susini, Irène Silvagni, Bernard Belin, Jacques Henric u. a.

 

Filmblatt mit Texten von Claudia Siefen und Kamil Moll als PDF

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/dtvl14

VÂNĂTOARE

Ein Film von Alexandra Balteanu

 

24 Stunden im Leben dreier Frauen: Lidia lebt mit ihrem Ehemann und zwei Kindern am Rande von Bukarest und züchtet Tauben. Denisa hat einen Freund, der unbedingt neue Turnschuhe braucht. Und Vanessa will mit einer Annonce endlich den Mann ihrer Träume finden – aber nur, wenn er grüne Augen hat. Zusammen stehen sie jeden Tag unter der Autobahnbrücke, die Bukarest mit der nächsten Stadt verbindet. Während das Leben an ihnen vorbeirauscht, warten sie auf den nächsten Freier. Hier, zwischen den Betonpfeilern, inmitten von Lärm, Dreck und Abgasen, vergehen ihre Tage mit bleierner Schwere. Ein Alltag, der geprägt ist von Angst, Unsicherheit und Gewalt. Eines Tages kommt es zu einer Konfrontation mit der Polizei. Doch je mehr die Frauen ihre Lage erklären, desto mehr spitzt sich die Situation zu…

 

Max Ophüls Preis 2017 – Beste Regie + Preis der ökumenischen Jury
13. Achtung Berlin – Preis der deutschen Filmkritik + Beste Regie: lobende Erwähnung

 

„Balteanu findet in den kalten Bildern Hoffnungsschimmer der Solidarität zwischen den Frauen, deren Darstellerinnen überzeugen.“ (Tagesspiegel)

 

Deutschland 2016, 75 Min., rumänische OmU-Fassung , Regie: Alexandra Balteanu, mit: Corina Moise, Iulia Lumânare, Iulia Ciochină, Sergiu Costache, Dragoş Olaru u. a.

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/vanatoare

THE WOMAN WHO LEFT

Ein Film von Lav Diaz

 

Es ist 1997 und Horacia sitzt seit 30 Jahren wegen Mordes im Gefängnis. Dann tauchen neue Indizien auf, die ihre Unschuld beweisen – und die Schuld ihres reichen Liebhabers aus Jugendtagen. Horacia ist eine freie Frau, doch die Jahrzehnte haben ihr alles genommen. Was ihr bleibt, ist die kalte Wut auf den Mann, der sie einst ins Gefängnis brachte. Der ist noch wohlhabender als zuvor, verbarrikadiert sich aber aus Angst vor einer Entführung in seinem Anwesen. Im Schatten dieser Mauern lernt Horacia weitere Nachtgestalten kennen: eine transsexuelle Prostituierte, eine von Dämonen geplagte Obdachlose und einen buckligen Eierverkäufer. Während sie ihnen eine großherzige Freundin wird, wartet Horacia geduldig auf ihre Gelegenheit zur Rache. Lav Diaz gelingt ein visuell überwältigendes, archaisches und tief menschliches Drama über Schuld und Solidarität, Absolution und Rache.

 

73. Internationalen Filmfestspielen von Venedig – Goldener Löwe (Hauptpreis – bester Film)

 

Philippinen 2016, 228 min, OmU (tagalog/englisch), Regie und Drehbuch: Lav Diaz, mit: Charo Santos-Concio, John Lloyd Cruz, Michael De Mesa, Nonie Buencamino u. a.

 

Filmblatt mit einem Text von Bert Rebhandl als PDF

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/twwl

ZAMA

Ein Film von Lucretia Martel

 

Don Diego de Zama, ein in Südamerika geborener Offizier der Spanischen Krone, sitzt in einem Provinzort an der Küste fest. Sehnlichst erwartet er einen Brief des Königs, der ihm eine Versetzung nach Buenos Aires mitteilen soll, wo er ein neues Leben beginnen möchte. Nichts soll seine gewünschte Versetzung gefährden, was Zama dazu zwingt, jede Anweisung untertänigst zu befolgen, die ihm von den zuständigen Gouverneuren zugetragen wird. Doch während die Gouverneure kommen und gehen, bleibt der ersehnte Brief des Königs aus. Nach Jahren des vergeblichen Wartens beschließt Zama, sich einer Gruppe von Soldaten anzuschließen, die einen gefährlichen Banditen jagen.

 

Argentinien/Brasilien/Spanien/Frankreich/Niderlande/Mexiko/Portugal/USA 2017, 115 Min., OmU/OmeU, FSK: ab 12 Jahren, Buch & Regie: Lucrecia Martel; mit: Daniel Giménez Cacho, Lola Duenas, Matheus Nachtergaele, Juan Minujín u. a.

 

Filmblatt mit einem Text von Christina Nord als PDF

 

Hier geht’s zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/zama17

12 TAGE

Ein Film von Raymond Depardon

 

Zwölf Tage – das ist die Frist, innerhalb derer in Frankreich ein Psychiatriepatient nach der Zwangseinweisung eine Anhörung vor Gericht bekommen muss, rund 90.000 Menschen durchlaufen im ganzen Land jährlich diese Prozedur. Für seinen neuen Film bekam der legendäre Regisseur und Fotograf Raymon Depardon als erster Filmemacher überhaupt Zugang zu diesen Verfahren und dokumentierte zehn Fälle in einer Klinik in Lyon. Die Kamera agiert sensibel und wahrhaftig, sie konzentriert sich auf die Patientinnen und Patienten oder nimmt die richterliche Instanz in den Blick. Die Sachlichkeit der Methode ist erhellend und hilft der Empathie des Zuschauers auf die Sprünge: In seltener Klarheit sieht man den großen Schmerz, der allen psychischen Erkrankungen zugrunde liegt. 12 TAGE zeigt Depardon abermals als meisterhaften Beobachter und großen Humanisten des dokumentarischen Kinos.

 

70. Internationale Filmfestspiele von Cannes – Séances Spéciales

 

„In seiner nüchternen Direktheit einer der bewegendsten Filme des Festivals von Cannes überhaupt.“ (Tim Caspar Boehme, TAZ)

 

Frankreich 2017, 86 Minuten, franz. OmU-Fassung, Regie und Kamera: Raymond Depardon, Produktion und Ton: Claudine Nougaret, Schnitt: Simon Jacquet, Musik: Alexandre Desplat

 

Filmblatt mit einem Text von Werner Dütsch als PDF

 

Hier geht es zum Stream: https://vimeo.com/ondemand/12tage